Behandlungsablauf - Refraktiver Linsenaustausch
Voruntersuchung
Wir klären alle Fragen ab
Unsere speziell ausgebildeten technischen Assistentinnen und ein Arzt untersuchen Ihre Augen eingehend. Die schmerzfreien Untersuchungen dauern in der Regel rund zwei Stunden. Wir messen zum Beispiel die Sehschärfe, ermitteln den Augendruck und bestimmen die Hornhaut-Topografie. Darüber hinaus wird das Auge vermessen, um die Stärke der neuen, künstlichen Linse zu berechnen. Ja nach Höhe Ihrer Hornhautverkrümmung kann diese mit speziellen torischen Kunstlinsen ausgelichen werden. Auch können sogenannte Multifokallinsen sinnvoll sein, da mit diesen im Alltag das Lesen ohne Brille möglich ist. Besprechen Sie mit Ihrem Operateur die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten.

Weitere Untersuchungen mit Spaltlampe und Lupe geben entscheidende Hinweise dafür, ob eine Operation möglich ist und welches Verfahren wir dabei einsetzen können. Außerdem lässt sich meist schon bei der Voruntersuchung ziemlich genau feststellen, inwieweit wir Ihre Sehkraft verbessern können. Erst nach diesen Untersuchungen kann unser Arzt Ihnen den endgültigen Rat zur Operation geben. Dies ist dann der Fall, wenn keine anderen Augenkrankheiten vorliegen und durch die Operation eine Sehverbesserung erreicht werden kann.

Alles wie gewohnt
Vor der Operation sollten Sie sich wie immer verhalten. Ändern Sie also Ihre Diät oder Therapie nicht und nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt ein. Bei Marcumar oder andere gerinnungshemmende Mittel halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Hausarzt. Ihre Augentropfen gegen den Grünen Star nehmen sie bitte ebenfalls wie gewohnt.
OP-Durchführung
Die OP-Vorbereitung beim Linsenaustausch (RLE)
Nachdem Sie zu Hause wie gewohnt gegessen haben, kommen Sie zum vereinbarten Termin zu uns in die Klinik. Nach Ihrem Eintreffen werden Sie in die Operationsabteilung geführt. Unsere Assistentinnen bereiten Sie auf die Behandlung vor. Wir führen nun noch einige Routineuntersuchungen wie Blutdruckmessung und EKG-Kontrolle durch, dann werden Ihnen Augentropfen verabreicht.

Die Operation findet unter örtlicher Betäubung statt. Das bedeutet, dass Sie zwar bei Bewusstsein sind, aber keine Schmerzen verspüren. In der Mehrzahl der Fälle können wir auf eine Spritze verzichten und Sie lediglich mit speziellen Augentropfen betäuben. Sie werden keine Schmerzen während der Operation verspüren. Ein Anästhesist kümmert sich während des gesamten Aufenthaltes um Sie.
Ruhig und entspannt am OP-Tag
Es gibt keinen Grund für Ängste oder Hemmungen. Wenn Sie Fragen oder Wünsche haben, sprechen Sie mit unseren Ärzten und Schwestern, die alles dafür tun werden, dass Sie die Operation ruhig, schmerzfrei und entspannt erleben.
Das OP-Verfahren (Ablauf identisch zu einer Grauen Star-Operation - Katarakt-Operation)
Der Refraktive Linsenaustausch wird in mehreren Abschnitten durchgeführt. Zunächst wird das Linsenmaterial entfernt, dann wird eine künstliche Augenlinse eingesetzt.

Wir setzen routinemäßig das gegenwärtig fortschrittlichste Behandlungsverfahren ein: die Phakoemulsifikation. Hierbei wird ein winziges Hohlmesser durch einen circa 2 mm großer Zugang in das Auge geführt.
Die Spitze vibriert mit einer Frequenz von 40.000 Schwingungen pro Sekunde; sie zerkleinert das getrübte Gewebe mithilfe von Ultraschallenergie so weit, dass es sich durch die Öffnung absaugen lässt.
Die Linsenkapsel bleibt normalerweise im Auge. Sie dient als "Tasche" für die neue Kunstlinse. Durch den kleinen Schnitt ist meist ein Wundverschluss ohne Naht möglich und es entsteht eine deutlich geringere Bildverzerrung. In Einzelfällen können andere Verfahren notwendig sein, bei denen der Linseninhalt in einem Stück oder die gesamte Linse entfernt werden muss. Dies erfordert eine größere Wundöffnung, die zwar nicht gefährlicher ist, aber das Auge stärker reizt. Die Heilung dauert in diesem Fall länger.
Das Einsetzen der künstlichen Augenlinse ist Bestandteil dieser Operation. Zuerst wird die Linsentasche gesäubert. Um den Schnitt nicht erweitern zu müssen, wird anschließend die Linse im gerollten Zustand eingesetzt.
Die Kunstlinse muss nicht mehr ausgetauscht werden, sie bleibt auf Dauer im Auge. Prinzipiell besitzt die künstliche Linse aber keine Nahanpassungsfähigkeit: Eine Restbrille zum Lesen bleibt erhalten.

Die Operationsschritte beim Linsenaustausch
1. Die Linsenkapsel wird durch einen kleinen Einschnitt am Rand der Hornhaut geöffnet.
2. Die Linsenteile werden mit einer Ultraschallsonde zerkleinert und entfernt.
3. Die neue Linse wird eingesetzt.
4. Alles klar: Die neue Linse ist implantiert. Die elastischen Linsenbügel stabilisieren sie im verbliebenen Kapselsack.

